Die sieben größten Irrtümer des Euro

Synopsis

Der Euro hatte von Beginn an große Imageprobleme, vor allem in Deutschland. Hier waren die Menschen stolz auf die D-Mark und sahen der Einführung des Euro skeptisch entgegen. Die Gesellschaft für deutsche Sprache wählte den Begriff “Teuro” zum Wort des Jahres 2002. Doch gab es den Teuro überhaupt oder erwuchs er vielmehr einer “gefühlten Inflation“? Und wie schafft man es, 19 Länder, die jahrzehntelang ihre eigene Währung hatten, unter einen Euro Hut zu bekommen?

Bei der Euro-Einführung ging es nicht nur um eine gemeinsame Währung, sondern perspektivisch auch um eine Transferunion. Der Euro war das Sinnbild für ein gemeinsames Einkommensniveau, den gleichen Wohlstand im Süden wie im Norden Europas, einschließlich eines europäischen Finanzausgleichs nach deutschem Muster. Die deutsche Regierung und die Bundesbank wollten deswegen die südeuropäischen Länder eigentlich draußen lassen, weil sie Angst vor der hohen Staatsverschuldung dieser Länder hatten. Mangelnde Währungsdisziplin war von Beginn an ein großes Problem der Eurozone.

Für die überzeugten Europäer Helmut Kohl und Francois Mitterand war der Euro von Beginn an ein politisches Projekt. Sie wollten ein starkes Europa und einen starken Euro, um damit eine gemeinsame europäische Identität zu befördern. Ihnen ging es um mehr Europa und weniger nationalstaatlichen Einfluss. Doch die politische Union, die damals angedacht wurde, ist bis heute nicht realisiert worden.

Nach außen blieben Deutschland und Frankreich Europas Dreamteam schlechthin. Doch wenn es um die Interessen ihrer Länder ging, standen sie oft auf verschiedenen Seiten. Seit Einführung des Euro kam es immer wieder zu unterschiedlichen Bewertungen in Paris und Berlin, beispielsweise in der Diskussion um einen Europäischen Finanzminister. Frankreich ist dringend dafür, die Deutschen lehnen ab. Nicht zuletzt sind die sogenannten “Schäublenomics”, die schwarze Null als deutsches Mantra in der Eurozone, ein widerkehrender Streitfaktor. Die Austeritätspolitik wird von Nobelpreisträgern, der EU Kommission und selbst vom IWF infrage gestellt. Es spricht sehr vieles für die These, dass eine überzogene Defizitreduktion krisenverstärkend wirkt.

Und die Währungsunion hat auch demographischen Folgen: War es früher noch möglich, den eigenen Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähiger zu machen, indem man die nationale Währung abwertete, so besteht diese Möglichkeit in der Eurozone nicht mehr. In einem gemeinsamen Währungsraum kann eine nötige Anpassung nur noch dadurch gelingen, dass die Arbeitskräfte migrieren. Tausende Akademiker aus Euro-Krisenländern wie Spanien, Portugal, Irland oder Griechenland können ein Lied davon singen. Für ihre Heimatländer hat das verheerende Folgen.

Fertigstellung

2020