Themenschwerpunkt ‚Ein anderer Umgang mit dem Sterben‘ bei plan b und arte Re

Jeder zweite Deutsche stirbt im Krankenhaus. Dabei ginge es auch anders: zu Hause, gut umsorgt und nicht allein.

In England kümmern sich immer mehr Bürger darum, das Sterben ins alltägliche Bewusstsein zu holen. In London sind die sogenannten „Death Cafés“ derzeit sehr gefragt. Dort treffen sich Menschen zu Tee und Kuchen, um mit Fremden über den Tod zu sprechen. Im südenglischen Plymouth werden Sterbende mit einer Vielzahl von Unterstützungsangeboten umsorgt und wieder aus den Krankenhäusern und Hospizen zurück in die Familien gebracht. Die Stadt ist, wie 140 Städte weltweit, eine „Caring Community“, zu Deutsch „Sorgende Gemeinde“.

Im schwäbischen Heidenheim hat man viele Ideen aus England übernommen – die Gemeinde ist die erste „Caring Community“ in Deutschland. Nachbarn schließen sogenannte Wahlverwandtschaften und helfen sich gegenseitig. Wer sich gut kennt, sorgt auch am Lebensende füreinander. Denn Sterben beginnt dort, wo Menschen leben, lieben und arbeiten, alt werden, trauern und mit ihrer Endlichkeit zurechtkommen müssen – zu Hause.

Die Beschäftigung mit dem Tod zu Lebzeiten kann ein Gewinn sein. Deshalb zimmert eine Gruppe Interessierter im niedersächsischen Kirchlinteln gemeinsam einen Sarg. Sägen, bohren, schrauben – und dabei über Gott, die Welt und den Sensenmann reden: Auch das kann helfen, Tod und Trauer wieder mehr in den Alltag zu integrieren. Eine ähnliche Mission verfolgt der Künstler und Buchautor Dada Peng („Mein Buch vom Leben und Sterben“) mit seinen Konzertlesungen. Der Dortmunder diskutiert zudem mit Jugendlichen in Schulen über Sterben und Tod.

arte Re: „Leben bis zuletzt – Umgang mit dem Tod” und ZDF plan b „Lebenswert bis zum Ende“ berichten über Projekte, wie Sterben und Tod in den Alltag integriert werden können.